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Medizin: Die Pille hemmt Lust langfristig
Artikel erschienen am Fr, 27. Mai 2005
Auszug von "Welt.de"

 

Daß die Pille das Verlangen nach Sex beeinträchtigt, ist bekannt. Neu ist, daß sich nach Absetzen des Verhütungsmittels die Lust nicht sofort wieder steigert. Verantwortlich dafür ist nach Ansicht von US-Forschern der Universität Boston ein Eiweiß mit dem Namen Sexualhormonbindendes Globulin (SHBG. Dieses zieht Sexualhormone aus dem Verkehr und arbeitet nach Einnahme der Pille stärker. Die Wissenschaftler fanden bei Frauen, die die Pille abgesetzt hatten, um das Vierfache erhöhte Mengen an SHBG. hej

aus: www.welt.de

 

 

 

Die "Pille" erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt

Auszug aus Text: F.A.Z., 23.06.2005, Nr. 143 / Seite 36

 

22. Juni 2005 Ein Drittel aller erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter nimmt die Antibabypille ein. Sie ist das häufigste Arzneimittel in dieser Altersgruppe. Eine der drängendsten Fragen, die die Frauen ihrem Arzt oder in einschlägigen Internetforen stellen, lautet: Kann ich nach Absetzen der Pille ohne Schwierigkeiten Kinder bekommen?

Bislang gab es keine Hinweise, daß dem nicht so sein könnte. In der jüngsten Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift „Fertility and Sterility” (Bd. 83, S. 1864) weisen spanische Ärzte jetzt aber auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Fehlgeburten nach Pilleneinnahme hin.

 

Ungünstiger Einfluß

Sie haben die Vorbehandlung von 150 Patientinnen, die eine Fehlgeburt erlitten hatten, analysiert und mit 150 Gebärenden verglichen, deren Kinder nach der 37. Schwangerschaftswoche lebend geboren worden waren. Die - aus welchen Gründen auch immer - gewollt herbeigeführten Schwangerschaftsunterbrechungen waren bei der Untersuchung nicht berücksichtigt worden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Es stellte sich heraus, daß das Risiko einer Fehlgeburt im Vergleich zur pillenabstinenten Kontrollgruppe gut zweieinhalbmal so hoch ist, wenn die Frauen vor der Schwangerschaft länger als zwei Jahre hormonell verhütet hatten. Lag die Dauer der Einnahme unter zwei Jahren, war kein höheres Fehlgeburtsrisiko zu befürchten. Zwar nahm, wie aus anderen Beobachtungen bekannt ist, auch in der vorliegenden Untersuchung mit dem Alter die Anzahl der Fehlgeburten zu. Allerdings blieb der ungünstige Einfluß der Antibabypille über alle Altersgruppen hinweg nachweisbar.

 

Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut

Eine Erklärung für diese Beobachtungen gibt es bisher nicht. Die Forscher vermuten, daß die unter dem Hormoneinfluß hervorgerufenen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut eine Rolle spielen. Obwohl es die unterschiedlichsten Formen der hormonellen Verhütung gibt, beruhen sie alle im Prinzip darauf, den Eisprung zu verhindern. Es wurde immer postuliert, daß dadurch ein der Einnistung abträgliches Milieu in der Gebärmutterschleimhaut entsteht. Käme es wider Erwarten doch zu einem Eisprung, würde dem befruchteten Ei das Anwachsen erschwert.

Erst unlängst haben italienische Forscher für diese Hypothese einen Hinweis gefunden (”Eur. J. Ostet. Gynecol.”, Bd. 104, S. 73). Als denkbare Auslöser einer Fehlgeburt werden sowohl eine veränderte Zusammensetzung der immunologischen Faktoren als auch die Atrophie oder Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut unter der Pille diskutiert.

 

Einschränkung der Fruchtbarkeit

Ein erkennbares Zeichen für diese Rückbildung ist das Ausbleiben der Blutung, wie es unter der Pille zu beobachten ist. Als weiterer Einflußfaktor für Fehlgeburten gilt die Protein-C-Resistenz, die häufigste erblich bedingte Neigung zur vermehrten Blutgerinnselbildung. Man weiß, daß die Pille dieses Leiden verstärkt und daß der Nachweis einer Protein-C-Resistenz mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko einhergeht.

Interessant in diesem Zusammenhang sind Beobachtungen, wonach die langjährige Einnahme der Pille auch mit einer vorübergehenden Einschränkung der Fruchtbarkeit verbunden ist. Es gibt Hinweise, daß es um so länger dauert, schwanger zu werden, je länger zuvor verhütet wurde.

 

 

Verhütungspille Yasmin versetzt Schering in frohe Erwartung

Gewinn soll 2005 stärker steigen als der Umsatz

 

Berlin - Die Verhütungspille Yasmin hat dem Pharmakonzern Schering in den ersten drei Monaten einen Ergebnisschub beschert. Mit Blick auf den verheißungsvollen Jahresstart gab sich Vorstandschef Hubertus Erlen daher optimistisch, bis zum Jahr 2006 wie geplant eine Umsatzrendite von 18 Prozent erreichen zu können. "Wir sind auf gutem Weg, dieses Ziel zu erreichen", sagte Erlen im Gespräch mit der WELT. Die neue Pille Yasmin werde voraussichtlich weiter zweistellig beim Umsatz zulegen. Auch das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, der Hauptumsatzträger, habe noch Wachstumspotential.

 

2005 werde der Gewinn stärker steigen als der Umsatz, sagte Erlen. Die Erträge - in Landeswährungen gerechnet - würden voraussichtlich im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen, und die Marge soll bereits "besser als 16 Prozent" ausfallen.

 

Das Betriebsergebnis von Schering kletterte in den ersten drei Monaten um sieben Prozent auf 230 Mio. Euro und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um sechs Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Damit hat Schering zwar die Prognosen nicht ganz erreicht. Die Schuld daran trug aber in erster Linie der starke Euro.

 

"Wir haben mit dem ersten Quartal eine gute Ausgangsbasis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2005 gelegt", erklärte Erlen. Die Anti-Baby-Pille Yasmin habe kursbereinigt um 43 Prozent zugelegt und einen Umsatz von 127 Mio. Euro erzielte. Das umsatzstärkste Präparat Betaferon habe mit 181 Mio. Euro vier Prozent mehr Umsatz eingebracht. Allerdings seien in den USA Lagerbestände abgebaut worden, betonte Schering. Die wirkliche Nachfrage sei damit also größer gewesen. hc/rtr

 

Artikel erschienen am Di, 26. April 2005 in www.welt.de

 
 

 

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